Unerwartete Entwicklungen in der Untersuchung der Massaker von Dhaka, wo am Freitagabend 20 Zivilisten – darunter neun Italiener – in einem Restaurant getötet wurden. Das für den Angriff verantwortliche Kommando bestand aus sieben Männern, von denen sechs getötet und einer verwundet und gefangen genommen wurde. Die Überraschung kam, als die Identität der Angreifer entdeckt wurde: Sie waren es alle 20-jährige Jungs aus guten Familien, erzogen in den besten Schulen des Landes, reich, schon gar nicht Attentäter, die nichts zu verlieren haben und sich aus den Letzten der Gesellschaft rekrutieren. Einige Vertreter der bengalischen Regierung neigen daher dazu, die Behauptung des IS als unglaubwürdig zu erachten und sprechen von einer schlichten „Verliebtheit“ dieser jungen Leute in das Kalifat.
Die Täter des Massakers seien „alle gebildet, aus wohlhabenden Familien, studierten und keiner von ihnen hat jemals eine Koranschule besucht“, sagte Innenminister Asaduzzaman Khan. Und auf die Frage, warum sie militante Islamisten werden würden, antwortete Khan knapp: „Es ist Mode geworden".
Die Nummer zwei des bengalischen Außenministeriums, MD Shahidul Haque, glaubt das nicht gerade, da er die Möglichkeit einer Koordination durch Isis nicht bestreitet. Andererseits bestätigte auch er, dass „die Autoren nicht aus dem Irak oder Syrien stammen, es sind junge Bengalen, viele von ihnen gebildet, mit guten Perspektiven und gehören zur Mittelschicht des Landes".
Derweil würdigte die bengalische Premierministerin Sheikh Hasina im Armeestadion der Hauptstadt die Opfer. Am zweiten Tag der nationalen Trauer um den Dschihad-Angriff legte der Ministerpräsident neben den Särgen, die mit den Flaggen Italiens, Japans, Indiens, der USA und Bangladeschs bedeckt waren, einen Kranz nieder. Anschließend wurde das Stadion der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Am Abend findet mit dem Apostolischen Nuntius ein Ritual für die italienischen Opfer statt. Gestern ist ein Flugzeug des Außenministeriums in Pakistan angekommen und die Rückführung der Leichen in unser Land wird derzeit organisiert.
