Die Mailänder Veranstaltung (7.–10. Mai im Indro-Montanelli-Garten) bestätigte einmal mehr ihre zentrale Bedeutung in der Mailänder und nationalen Kulturlandschaft für Gartenbau, Qualitätsgärtnerei und Landschaftskultur und entwickelte sich zunehmend zu einem lebendigen Labor für zeitgenössische Ideen, Praktiken und Sensibilitäten im Umgang mit Grün. Der diesjährige Erfolg unterstrich einen tiefgreifenden Wandel: eine neue Interpretation des Alltags, die auf einem erneuerten Respekt vor der Natur und einem stärkeren Bewusstsein für die Rolle des Grüns für die Lebensqualität in der Stadt beruht. Es geht nicht mehr nur um Gartenästhetik oder die Leidenschaft für Botanik, sondern um eine echte kulturelle Weiterentwicklung im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Mensch, Stadt und Umwelt. In diesem Sinne bestätigt Orticola seine Position als privilegierter Ausgangspunkt für gesellschaftliche Veränderungen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Landschaftspflege und das Streben nach einem harmonischeren Gleichgewicht zwischen Stadt und Natur.
Die Ausgabe 2026 hob auch die Entstehung und Festigung neuer Berufe im Zusammenhang mit der Welt des Grüns hervor.
Landschaftsarchitekten, zeitgenössische Gartengestalter, Innenarchitekten, Agronomen, spezialisierte Baumschulgärtner, Kuratoren städtischer Grünflächen, Biodiversitätsexperten und Fachleute für die nachhaltige Pflege urbaner Umgebungen bilden heute einen rasant wachsenden Sektor. In diesem Kontext ist Orticola nicht nur ein Schaufenster, sondern auch ein Ort der Begegnung und Anerkennung dieser aufstrebenden Kompetenzen, die eine Weiterentwicklung der Arbeit im Bereich Natur und Landschaft widerspiegeln.
Wer ist die Lombardische Gartenbaustiftung ETS?
Im Zentrum dieser Reise steht die Fondazione Orticola di Lombardia ETS, eine Mailänder Institution mit historischen Wurzeln, die bis ins Jahr 1854 und die spätere Gründung der Società Orticola di Lombardia im Jahr 1865 zurückreichen. Gegründet von einer Gruppe von Enthusiasten unter der Führung von Graf Francesco Pertusati, hat Orticola im Laufe der Zeit ein einzigartiges kulturelles und wissenschaftliches Erbe aufgebaut, das auf der Verbreitung botanischen Wissens, dem Landschaftsschutz und der Förderung der Grünkultur basiert. Über 160 Jahre hinweg hat die Institution eine bemerkenswerte Kontinuität bewahrt und sich weiterentwickelt, ohne ihre ursprüngliche Identität zu verlieren. Durch intensive kulturelle, redaktionelle und wissenschaftliche Aktivitäten hat sie das Wissen über Pflanzen, Gartenkunst und Pflanzenlandschaften gefördert und diese Aktivitäten durch bedeutende Arbeit in der Archivierung, der Bewahrung des historischen Gedächtnisses und der Wissensvermittlung ergänzt. Eine zentrale Rolle spielt die jährlich in den Mailänder Indro-Montanelli-Gärten stattfindende Horticola-Ausstellung mit Markt. Die Veranstaltung zählt mittlerweile zu den wichtigsten italienischen Events für hochwertigen Gartenbau und ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie Kultur, Wirtschaft und bürgerschaftliches Engagement Hand in Hand gehen. Die Erlöse fließen vollständig in öffentliche Grünanlagen und Stadterneuerungsprojekte – ganz im Sinne des philanthropischen Ansatzes, der die Identität des Vereins maßgeblich prägt. In diesem Jahr fand parallel dazu auch die „Außerhalb von OrticolaVom 1. bis 31. Mai 2026 wird Fuori Orticola die gesamte Stadt einbeziehen: Kulturstätten, Museen, Galerien, Geschäfte, Gärtnereien, Privatgärten und öffentliche Plätze werden Schauplatz von Treffen, Installationen, Workshops, Führungen und Veranstaltungen rund um das Thema Grün, Landschaft und Nachhaltigkeit sein. Außerdem findet eine Preisverleihung für die beste Präsentation statt. Ziel ist es, den Geist der Fondazione Orticola di Lombardia ETS über die Messe hinaus zu tragen und Mailand in ein weitverzweigtes Netzwerk von Naturerlebnissen und zeitgenössischer Gartenkunst zu verwandeln. Fuori Orticola trägt so dazu bei, den Dialog zwischen Bürgern, Fachleuten aus dem Bereich Grün und der urbanen Kultur zu stärken und das Thema Landschaft zu einem festen Bestandteil des städtischen Alltags zu machen.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Orticola hat über die Jahre maßgeblich zur Umgestaltung zahlreicher Grünflächen in Mailand beigetragen und sich um historische Gärten, Blumenbeete, Parks und öffentliche Plätze gekümmert. Dazu gehören die Indro-Montanelli-Gärten, der Perego-Garten, der Garten des Königlichen Palastes, der Botanische Garten Brera und viele weitere Bereiche, die verschönert, gepflegt und landschaftlich gestaltet werden. Neben Stadtplanung und Öffentlichkeitsarbeit hat Orticola intensive Bildungs- und Kulturprojekte ins Leben gerufen und Stadtgärten, Schulworkshops, öffentliche Veranstaltungen und Umweltbildungsprogramme gefördert. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung von Grünflächen im Alltag zu stärken und eine direktere und verantwortungsvollere Beziehung zwischen Bürgern und Natur zu fördern. Im Laufe der Zeit hat der Verein sein Spektrum erweitert und den Dialog mit zeitgenössischer Kunst, Landschaftsgestaltung und innovativen Ansätzen zur urbanen Nachhaltigkeit aufgenommen. Dieser multidisziplinäre Ansatz hat dazu beigetragen, Orticola als dynamische Kulturinstitution zu etablieren, die gesellschaftliche Veränderungen interpretiert und neue Bedürfnisse im Hinblick auf die Qualität des städtischen Umfelds antizipiert. Die Marktmesse 2026 war daher nicht nur ein durchschlagender Erfolg hinsichtlich der Teilnehmerzahl, sondern auch ein deutliches Zeichen für einen kulturellen Wandel: eine Weiterentwicklung unserer Wahrnehmung von Grünflächen, die zu neuen Formen des ökologischen Bewusstseins, neuen Lebensstilen und neuen Berufen führt. Orticola bestätigt damit seine Position als Ort, an dem botanische Tradition auf die Zukunft der Landschaftsgestaltung trifft und so zum Aufbau einer bewussteren, nachhaltigeren Stadt beiträgt, die das Verhältnis zwischen Mensch und Natur respektiert.
