Las Vegas Sands, die amerikanische Casino-Gruppe, hat entschieden: Der in Madrid geplante Megakomplex von Spielen – nach dem Bild und der Ähnlichkeit mit denen, die sie in Las Vegas und Macao besitzt – wird nicht gebaut. Der Tycoon-Koloss Sheldon Adelson hat angekündigt, keinen "formellen Vorschlag zur Investition von mehr als 30 Milliarden Dollar (21,8 Milliarden Euro)" für den Bau von Eurovegas, dem Maxi-Casino Europas, zu unterbreiten. Las Vegas Sand zieht es vor, sich anstelle des alten Kontinents in Asien, insbesondere Südkorea und Japan, zu etablieren.
Das pharaonische Projekt – jetzt klinisch tot – umfasste zwölf Hotels, sechs Kasinos, verschiedene Geschäfte, Restaurants und Ausstellungshallen. Eine Stadt der Spiele, die laut den Befürwortern des europäischen Las Vegas rund 260 direkte und indirekte Arbeitsplätze geschaffen hätte.
Der Grundstein des Mega-Komplexes hätte Ende 2013 gelegt werden sollen, doch plötzlich gab der amerikanische Konzern bekannt, dass er beschlossen habe, das Projekt, das in den vergangenen Monaten ins Stocken geraten zu sein schien, zu schließen. Am Freitag beschwor die spanische Vize-Premierministerin Soraya Saenz de Santamarìa „neue steuerliche Bedingungen, Beschränkungen für den Eintritt neuer Betreiber und einen Rechtsschutz für Investitionen“. Aber sowohl die Madrider Regierung als auch die Europäische Kommission hatten Nein gesagt.
Der Tod von Eurovegas beendet zwei Jahre der Kontroverse zwischen Befürwortern und Gegnern der Geburt der Stadt der Spiele. Für erstere hätte das Projekt Arbeitsplätze in einem Land mit hoher Arbeitslosenquote geschaffen. Letztere kritisierten jedoch die Prekarität und geringe Wertschöpfung des Megacasinos und forderten ein solideres und sozialverträglicheres Wirtschaftsmodell für Spanien nach dem Immobilienfiasko. Doch der eigentliche Stein des Anstoßes war der Antrag des Konzerns auf eine Ausnahme vom Anti-Raucher-Gesetz in seinen Spielbanken.
