Die Städte der Ebene sind jene, die in der Landschaft Venetiens die gedachte Linie unterbrechen, die den Blick von den Bergen zur Lagune schweifen lassen könnte. Genau wie in derFresko Aus der Veroneser Schule, die etwa in der Mitte dieses Films anklingt: eine „Laune“, die eine ideale Ansicht schildert, frei von der Unordnung urbaner Zentren, um die herum in der Neuzeit Lagerhallen und Fabriken, Bars und Tankstellen entstanden sind, die letztendlich die Landschaft und das Leben der Menschen, die sie bewohnen, verändert haben.
Die beiden erwachsenen Protagonisten der Geschichte – der Musiker Capovilla in seinem Debüt als Doriano und der Charakterdarsteller Sergio Romano als Carlobianchi (ja, alle zusammen) – sind gute Trinkkumpane und erleben als junge Leute so manche Eskapade. Die Krise hat hart zugeschlagenDamit ist auch das Wirtschaftswunder im Nordosten der USA zu Ende, und die beiden irren ein wenig im Kreis herum. Sie treffen sich in einer Bar und fahren die Nacht in einem alten Jaguar durch, dem letzten Überbleibsel vergangener, besserer Zeiten.
Sie trinken etliche Drinks, bis sie Venedig erreichen, wo sie, nachdem die Clubs geschlossen haben, einer Gruppe junger Leute beitreten, die den Studienabschluss eines Freundes feiern. Unter ihnen ist Giulio, ein junger Architekturstudent, der in das Geburtstagskind verliebt, aber etwas unbeholfen ist und den Dori und Carlobianchi zu einer (unbedenklichen) Partynacht mitnehmen. EinleitungSie sind „zu alt, um erwachsen zu werden“, er aber nicht.
Es ist ein Roadmovie, tief verwurzelt in der Landschaft. Vielleicht leidet er unter zu viel Liebe: So viele persönliche und kulturelle Bezüge des Regisseurs wirken wie Punkte, die, wenn man sie verbindet, ein Bild ergeben. auch schematische ZeichnungDer Alkohol ist in Ordnung – denn ja, in Venetien wird getrunken – und die Fotos von alten venezianischen Keksdosen (Angelo Colussi und die Baicolis) sind auch nicht schlecht, aber dann gibt es da noch den Witz über den Brionvega-Fernseher und sogar den Laiendarsteller Pennacchi, der allerdings einen guten und passenden Gastauftritt hat.
alle Exzellenz des TerritoriumsWie die Tizians, Giorgiones und Tintorettos, von denen sich der Regisseur und sein Kameramann nach eigenen Angaben inspirieren ließen. Und wie das von Carlo Scarpa entworfene Grabmal von Brion, wo die drei auf einer zufälligen Pilgerreise landen: ein Meisterwerk aus Wasser und Beton, im Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde, ein Ort, der Trost vor der Randlage spendet, zu der das Dasein verkommen ist.
Zu viel Gewicht für eine dünne Handlung? Zu viele brennende Symbole? Der Film selbst hat die Stärke einer Geschichte. ausschließlich männlich von einer desillusionierten Provinzgeneration, die jedoch buchstäblich zu trinken weiß und den jungen Mann des Trios entwöhnt, der schließlich in den Zug nach Verona steigen wird, um Giuli(ett)a zu holen.
Eine Auswahl bei großen internationalen Festivals, gute Kritiken und die durchweg hervorragende Leistung von Filippo Scotti (Sorrentino, È stata la mano di dio), der den jungen Studenten spielt (einen „wahren Gentleman aus dem Süden“, wie er an einer bestimmten Stelle im Film genannt wird). Sie verbessern sich überhaupt nicht. Die Leistung des Regisseurs, der seine Spuren vielleicht besser hätte verwischen können.
Immer noch im Kino
Produktion: Italien/Deutschland 2025, Regie: Francesco Sossai, Drehbuch: Francesco Sossai, Adriano Candiago, Schnitt: Paolo Cottignola, Fotografie: Massimiliano Kuveiller, Hauptdarsteller: Pierpaolo Capovilla, Sergio Romano, Filippo Scotti, Roberto Citran, Andrea Pennacchi, Laufzeit: 98'.
