Der Countdown für die Umwandlung von Parmalat-Optionsscheinen in Aktien läuft Ende des Jahres ab, aber von den 16 Millionen Aktien, die Superkommissar Bondi kostenlos an vom Tanzi-Crack betrogene Sparer verteilt hat, gibt es keine Nachrichten: Sie schmachten seit Jahren vielleicht vergessen oder vielleicht von starken Händen listig geharkt, obwohl sie 140% zurückgeben. Es war „Il Sole 24 Ore“, der das Geheimnis enthüllte.
Im Mai 2005 erhielten die betrogenen Sparer einen kostenlosen Optionsschein für jede alte Parmalat-Aktie mit einer Höchstgrenze von 500 und das Recht, Parmalat-Aktien zum vorher festgelegten Preis von 1 Euro zu kaufen. Ein echtes Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass der Optionsschein 1,4 Euro kostet, Parmalat aber jetzt 2,4 Euro pro Aktie wert ist und damit den Umsteigern eine tolle Rendite bieten kann.
In all diesen 10 Jahren schlummerten die Wertpapiere jedoch in den Taschen von Sparern, die riskieren, dass reiche Gewinne vernichtet werden, wenn sie ihre Rechte nicht bis zum 31. Dezember ausüben.
Aber die Seltsamkeit des Falls legt nahe, wie Il Sole schreibt, dass die Franzosen von Lactalis, die Parmalat übernommen haben, hinter den Kulissen agieren und sich bedeckt halten, nachdem sie die Haftbefehle zusammengetrieben haben, um sie in Sicht zu bringen einer möglichen Rückkehr von Parmalat an die Börse. Vorerst leugnen die Franzosen es jedoch, aber der 31. Dezember steht vor der Tür und die Stunde der Wahrheit naht.
