Das derzeit in Sintra, Portugal, stattfindende EZB-Forum bestätigt die vorsichtige Haltung der Zentralbanken. Dies gilt zumindest für die Europäische Zentralbank, wie die Antrittsrede von Präsidentin Christine Lagarde verdeutlicht. Der französische Wirtschaftswissenschaftler erklärte: eine relativ positive Einschätzung der Wirtschaft der EurozoneEr bekräftigte jedoch nachdrücklich, dass die Geldpolitik weiterhin strikt datenbasiert sei und keine Vorabzusagen zu Zinssätzen mache.
„Die Eurozone hat sich gegenüber den jüngsten Schocks als wirtschaftlicher widerstandsfähiger erwiesen.“, sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank in den einleitenden Worten ihrer Rede, was als Anerkennung der Widerstandsfähigkeit des Konjunkturzyklus nach der Inflationsphase interpretiert wurde.
Lagarde: „Wir können keinen Sieg über die Inflation verkünden.“
Was den Preis betrifft, Lagarde wahrt einen vorsichtigen Ton und vermeidet voreilige Interpretationen. Am Ende des Zyklus. „Wir können den Sieg über die Inflation nicht verkünden“ ist eine der Kernaussagen der Eröffnungsrede beim Sintra Forum, in der trotz der Abkühlung der Preise von den Höchstständen der Jahre 2022-2023 zur Vorsicht aufgerufen wird. „Die Disinflation hat begonnen, aber es handelt sich nicht um einen linearen Prozess.“, fügte der EZB-Präsident hinzu und unterstrich, dass der Weg zur Preisstabilität weiterhin möglichen externen Schocks, insbesondere im Energiebereich, ausgesetzt sei.
Lagarde: „Kein vordefinierter Pfad für die Zinssätze“
Im Mittelpunkt der Mitteilung steht die Entwicklung der Geldpolitik. Lagarde bekräftigt das Fehlen eines automatischen Fahrplans für die Zinssätze.„Unsere Geldpolitik folgt keinem vorgegebenen Pfad“ ist die wichtigste Aussage für die Märkte, begleitet von einem weiteren Hinweis: „Jede Entscheidung wird von Sitzung zu Sitzung getroffen.“ Diese Botschaft bekräftigt die Vorstellung, dass Zinssenkungen weder schnell noch mechanisch erfolgen werden, sondern von der Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Daten abhängen.
Lagarde: „Wir müssen weiterhin datenabhängig bleiben.“
Im Rahmen der in Sintra skizzierten Strategie betont die EZB die zentrale Bedeutung von Wirtschaftsindikatoren. „Wir müssen weiterhin datenbasiert arbeiten und bereit sein, auf neue Informationen zu reagieren“, lautet eine weitere Passage aus Lagardes Rede, die den aktuellen Ansatz des Eurotowers zusammenfasst. „Für eine im Voraus getroffene Festlegung des Zinstempos gibt es keinen Spielraum.“, ist eine weitere Klarstellung, die mit der Kommunikationsstrategie der EZB übereinstimmt.
Die Eurozone ist widerstandsfähig, steht aber weiterhin unter Beobachtung.
Lagarde betonte, dass sich die europäische Wirtschaft in Bezug auf die Realwirtschaft anpassungsfähiger gezeigt habe als erwartet. „Die Widerstandsfähigkeit der Eurozone war stärker als erwartet“, erklärte sie und verwies auf den Beitrag des Arbeitsmarktes und die Stabilität der Binnennachfrage. Diese Stärke ändere jedoch nichts an der weiterhin geltenden restriktiven Haltung. „Wir befinden uns weiterhin in einem Umfeld, das Vorsicht erfordert.“, ist ein weiteres Element der Erzählung, die aus Sintra hervorging.
Märkte: Weniger Erwartungen an aggressive Kürzungen
Die Worte des EZB-Präsidenten werden von den Märkten als ein Zeichen für eine Verringerung der Erwartungen an Zinssenkungen in der nahen Zukunft. „Wir dürfen nicht zu schnell vorgehen“ – diese Aussage fasst die Position der Frankfurter Zentralbank laut Marktteilnehmern treffend zusammen. Das Ergebnis ist eine Zinsstrukturkurve, die weiterhin eine Lockerung der Geldpolitik einpreist, allerdings mit einem längeren Zeithorizont als bisher erwartet. „Unsere Priorität bleibt die Preisstabilität.“, lautet die abschließende Zusammenfassung der Rede, die eine umsichtige EZB bestätigt, die nicht an einen vorgegebenen Zeitplan gebunden ist und weiterhin stark auf Datenanalyse ausgerichtet ist.
