Alitalia ohne Eintöpfe zu verkaufen war schon schwer vorstellbar, aber die Air-Berlin-Krise erschwert alles. Die Bundesregierung hat die Lufthansa ohne Bedenken dazu gedrängt, die Mehrheitsbeteiligung an Air Berlin zu übernehmen, dem mangels finanzieller Mittel des Hauptaktionärs Etihad in Konkurs gegangenen Konkurrenzunternehmen, ebenso wie Alitalia.
Lufthansa nimmt sich Zeit und lässt wissen, dass Air Berlin nur an den Flugzeugen (90 von 140 Flotten), nicht aber an der Beteiligung, geschweige denn an der Mehrheit interessiert ist. Doch die Bundesregierung wird angesichts der Bundestagswahlen im September nicht so schnell aufgeben. Und dann wird es für Lufthansa schwierig, zwei Tische zu spielen oder Air Berlin den Rücken zu kehren, um auf Alitalia zu landen, das auch für den deutschen Konzern interessant ist und für einen Hungerlohn gekauft werden könnte, da es selbst dann Geld verliert Flugzeuge sind überfüllt.
Glücklicherweise scheinen auch easyJet und Condor daran interessiert zu sein, Air Berlin oder einen Teil ihres Vermögens zu übernehmen, aber wenn das Spiel in Deutschland politisch wird, kann man sich vorstellen, wie es ausgehen wird. In der optimistischsten Hypothese könnte Lufthansa, wenn sie Air Berlin irgendwie übernehmen würde, einen Teil der Vermögenswerte von Alitalia übernehmen, aber nicht mehr. Näheres wird am 2. Oktober bekannt, wenn – vorbehaltlich Verlängerungen durch den Wahlkampf – die Fristen für die Vorlage verbindlicher Angebote für Alitalia auslaufen.
