Ein historisches Kapitel der italienischen Verlagsgeschichte ist – zumindest vorerst – zu Ende gegangen. Hoepli, ein 1870 gegründeter Verlag und ein kulturelles Symbol Mailands mit seiner historischen Buchhandlung im Zentrum und darüber hinaus, bewegt sich in Richtung freiwilliger Liquidation Nachdem die Hauptversammlung dem Vorschlag des Vorstands zugestimmt hatte, blieben die Appelle der Leser und die Solidaritätsbekundungen der Kunden, die Schlange standen, um Bücher zu kaufen und die streikenden Mitarbeiter zu unterstützen, denen der Verlust ihrer Arbeitsplätze drohte, wirkungslos. Auch die Intervention des Mailänder Bürgermeisters Giuseppe Sala konnte die Situation nicht lösen: Die Entscheidung wurde durch die negativen Geschäftszahlen, die schwierigen Aussichten für den Verlags- und Buchmarkt und vor allem durch den erbitterten internen Konflikt unter den Aktionären beeinflusst.
Die Entscheidung wurde öffentlich angefochten von Giovanni Nava, Inhaber von ca. 33 % der Aktien, Diejenigen, die sich gegen die Auflösung des Unternehmens aussprachen, äußerten großes Bedauern. Nava kündigte einen Rechtsstreit an, um das Unternehmen und die traditionsreiche Mailänder Buchhandlung zu retten, und betonte deren kulturellen Wert sowie die Arbeit der 90 Mitarbeiter. Das Liquidationsverfahren wurde der Anwältin Laura Limido anvertraut. Ziel sei es, so das Unternehmen, „eine unparteiische Abwicklung und den Schutz der Gläubiger und Mitarbeiter zu gewährleisten sowie den Wert des Firmenvermögens zu erhalten, unter anderem durch einen möglichen Verkauf des Unternehmens, ganz oder teilweise.“
mittlerweile Die Mobilisierung von Mitarbeitern und Gewerkschaften nimmt zu.Der italienische Gewerkschaftsbund CGIL hat für Samstag zu einer Flashmob-Aktion vor der historischen Buchhandlung aufgerufen. Die Botschaft ist klar: „Mailänders Geschichte darf nicht ignoriert werden.“ Der Kampf um die Zukunft des Verlags hat gerade erst begonnen, doch eine kulturelle Institution der Stadt droht nun zu verschwinden.
