Der Markt für Fotografie bleibt zunehmend dynamisch und attraktiv für Investoren, mit einem zweistelligen globalen Wachstum. Laut dem Bericht „Der Fotomarkt 2025: Neue Trends und Dynamiken“ von Deloitte Private, der auf der MIA Photo Fair BNP Paribas 2026 vorgestellt wurde, stieg der Umsatz der großen internationalen Auktionshäuser um 19,1 %. Im Jahr 2025 beliefen sich die Fotoverkäufe bei Christie’s, Sotheby’s und Phillips auf insgesamt 40,4 Millionen US-Dollar, gegenüber 33,9 Millionen US-Dollar im Jahr 2024. Gleichzeitig sank die Quote unverkaufter Objekte auf 17,1 %, während der durchschnittliche Zuschlagspreis auf 3,4 Millionen US-Dollar (+38,8 %) stieg.
Auch Italien zeigt Anzeichen von Vitalität.
Der Inlandsmarkt überschritt die Umsatzmarke von einer Million Euro, wobei 249 Werke italienischer Fotografen versteigert wurden. Finarte dominiert den Sektor und erzielt dank seiner starken Spezialisierung auf das Fotografie-Segment einen Umsatzanteil von 77,5 %. Eine der bedeutendsten Veränderungen betrifft die Marktstruktur: Auktionen, die sich ausschließlich der Fotografie widmen, gehen zurück – von 25 im Jahr 2023 auf nur noch 12 im Jahr 2025 bei den führenden internationalen Auktionshäusern. Dieser Rückgang spiegelt einen umfassenderen Wandel wider: Die wichtigsten fotografischen Werke werden zunehmend in Auktionen für moderne und zeitgenössische Kunst aufgenommen, wodurch sich der Kreis potenzieller Käufer erweitert. In diesem Kontext gewinnen Fachmessen an strategischer Bedeutung. Veranstaltungen wie die Paris Photo, die mit über 220 Ausstellern aus 33 Ländern bereits zum 28. Mal stattfand, und die MIA Photo Fair BNP Paribas, die 13 Besucher und 114 Aussteller anzog, bestätigen ihre Position als wichtige Plattformen zur Förderung der Fotografie.
Im Spitzenfeld konnten 2025 einige der größten Namen der internationalen Fotografie gewinnen.
Zu den bemerkenswertesten Verkäufen zählte Man Rays „Noire et blanche“, das bei Sotheby’s 2,8 Millionen Dollar erzielte, gefolgt von Cindy Shermans „Untitled Film Still #13“ (2,3 Millionen Dollar bei Christie’s) und William Egglestons „Los Alamos (101 prints)“ (1,9 Millionen Dollar bei Phillips). Zwei Werke von Richard Prince, beide aus der Serie „Untitled (Cowboy)“, wurden ebenfalls für 1,4 bis 1,5 Millionen Dollar verkauft. In Italien folgt die Fotografie dem internationalen Trend und findet zunehmend ihren Platz in gemischten Auktionen moderner und zeitgenössischer Kunst. Im Jahr 2025 fielen 72,2 % der Auktionen mit Werken italienischer Fotografen in diese Kategorie, verglichen mit 27,8 % der reinen Fotografieauktionen. Die besten Ergebnisse für italienische Künstler werden jedoch weiterhin in spezialisierten Auktionen erzielt, was das anhaltend starke und gezielte Interesse italienischer Sammler bestätigt. Ein weiteres wichtiges Ergebnis betrifft die zentrale Rolle italienischer Künstler: Bei Fotoauktionen stammten 55,9 % der 1.805 analysierten Lose von italienischen Künstlern – ein Zeichen für das wiedererwachte Vertrauen in den heimischen Markt.
Das Interesse an der Fotografie von Frauen wächst ebenfalls.
Unter den italienischen Künstlerinnen bleibt Vanessa Beecroft umsatzstärkste Künstlerin, während Lisetta Carmi das stärkste Wachstum verzeichnet (+181,2 % im Vergleich zu 2020). Elisa Sighicelli ist international stabil präsent, Luisa Lambri zeichnet sich durch ihre starke Positionierung in den USA aus, und Letizia Battaglia stößt weiterhin auf großes Interesse, insbesondere im Primärmarkt. Der Bericht hebt zudem die wachsende Bedeutung der Fotografie in europäischen Unternehmen hervor. Von den analysierten Unternehmen gaben 94,1 % die Steigerung der Markenbekanntheit als Hauptziel ihrer Investitionen in diesem Sektor an, während fast die Hälfte auf stiftungsbasierte Governance-Modelle setzt. Die aktivsten Branchen sind Finanzen & Dienstleistungen sowie Mode, Luxus & Design. Das Bild ist eindeutig: Fotografie ist nicht länger nur eine künstlerische Ausdrucksform, sondern ein strategischer Hebel für Investitionen und Positionierung, der zunehmend in die Dynamik des globalen Kunst- und Kommunikationsmarktes integriert ist.
