Manche sagen, dass die Frankreich erlebt die Tage vom Mai '68 wieder, wenn auch mit ganz anderen politischen Vorzeichen, aber die Tatsache bleibt, dass zwischen Streiks, Protesten, Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei und der allgemeinen Mobilisierung gegen die von Präsident Emmanuel gewünschte Rentenreform Längezeichen das Land ist völlig lahmgelegt. Vielleicht um die Spannungen nicht zu verschärfen, hat Macron die für heute angekündigte Rede an die Nation aufgegeben und sich darauf beschränkt, zwei Journalisten der wichtigsten französischen Fernsehsender ein Interview zu gewähren.
MACRON: HEUTE DAS INTERVIEW IM FERNSEHEN, ABER KEINE REDE AN DIE NATION
Nach den Gerüchten, die in den letzten Stunden aus dem Elysée kamen, scheint der Verzicht auf die Rede an die Nation Rückschläge und Showdowns auszuschließen und daher erwarten alle, dass es nicht nur zu keiner Auflösung der Kammern und vielleicht nicht einmal zu deren Ersetzung kommen wird die Premiere Elisabeth Börne, das im blutigen Kampf um die Rentenreform als Opferlamm erschienen war.
FRANKREICH: DER PROTEST HÖRT NICHT AUF, ABER MACRON HAT DEN AUSWEG NOCH NICHT IN DER HAND
Vielleicht bedauert Macron, nicht vor der Abstimmung über die vorgezogenen Neuwahlen entschieden zu haben, wenn auch knapp siegreich über die Misstrauensanträge. Hätte er das getan, hätte er persönlich die politische Initiative ergriffen und vielleicht die keineswegs kompakten Reihen der Opposition aus der Fassung gebracht. Jetzt jedoch brennt ein Land und es ist schwierig, sich davon zu erholen. Der Weg der Beschwichtigung ist unerschwinglich und der der Reform ein sehr schmaler Weg. Aber wir werden mehr aus dem heutigen Interview mit zwei Journalisten der wichtigsten französischen Fernsehsender verstehen. Sicher ist, dass Macrons Kampf nicht nur Frankreich betrifft, sondern ganz Europa, denn ein schwächerer Macron würde es noch schwerer machenEuropäische Union den Weg der Reformen und der vollen Unterstützung für die Ukraine.
