Covid-19 verändert auch das Gesicht der Lobbyarbeit und verschiebt zunehmend die Konfrontation zwischen Fachleuten der Branche, die parteiische Interessen zunehmend informationsorientiert kommunizieren, und den Institutionen, die dann Gesetze und Vorschriften für betroffene Branchen beschließen müssen.
Nach Recherche, konzipiert und koordiniert von ADL-Beratung, und während des ersten nationalen Lockdowns (März - Mai 2020) umgesetzt, wirkte sich der durch das Coronavirus verursachte gesundheitliche, wirtschaftliche und soziale Notfall auch stark auf die typischen Aktivitäten von Lobbying und Public Affairs aus und förderte ihre Digitalisierung. Hier sind die Antworten der analysierten Stichprobe von 50 Fachleuten aus dem öffentlichen und privaten Sektor.
Alle befragten Stichproben gingen weiterhin ihrer Vollzeitbeschäftigung nach. Während des ersten Lockdowns taten dies 68 % im Smartworking, 24 % im Home Office (mit Telefon- oder E-Mail-Kommunikation) und nur ein kleiner Teil ging mit Planungsmaßnahmen oder mit wechselnden Schichten ins Büro.
„Auf dem Podium der am häufigsten verwendeten Tools für die Interaktion mit öffentlichen Entscheidungsträgern – so die Studie – befinden sich in dieser Reihenfolge Virtual Meeting (41 %), E-Mail (28 %) und WhatsApp (25 %). Der eher relationale Aspekt der Lobbyarbeit, d. h. derjenige, der sich auf das Treffen mit dem öffentlichen Entscheidungsträger bezieht, wurde durch Videokommunikationsplattformen vermittelt, deren Nutzung vor Covid-19 einer Nische typischer internationaler Treffen vorbehalten war.“
Ein interessanter Aspekt der Untersuchung betrifft die Neupositionierung der Kommunikation von Unternehmen: 82 % der an der Umfrage beteiligten Unternehmen haben Initiativen gestartet, die darauf abzielen, korrekte Informationen oder Hilfestellungen für die am stärksten von der Notlage betroffenen Bereiche oder Themen zu verbreiten. 44 % der beteiligten Unternehmen haben während der Covid-19-Krise eine Solidaritätsaktion gestartet, während 38 % Ad-hoc-Kommunikationskampagnen ins Leben gerufen haben.
Weitere von der Untersuchung berührte Aspekte betreffen die obligatorische Eintragung in das Register der Interessenvertreter und die Vervollständigung der nationalen Rechtsvorschriften zu diesem Thema. Schließlich gaben 62 % der Fachleute an, dass sie in diesem Zeitraum aufgrund der enormen Menge an gesetzlichen Bestimmungen – national und europäisch – dieser Zeit, mit Problemen der Informationsüberlastung und mangelnder Koordination, einer Überarbeitung ausgesetzt waren.
