Ostereier als Dialog zwischen den großen Künstlern unserer Zeit, von Banksy über Cattelan bis Fontana, aber auch als Hommage an die Hauptstadt im Rahmen der Ausstellung „Roma Città Aperta“ 2024 oder als Reise in die Welt des Manga im letzten Jahr. Walter Musco, ein vielseitiger und fantasievoller römischer Konditor, hat die Kunst der Schokolade in eine kulturelle Sprache verwandelt. Bisher stellte jede Kollektion Werke und Künstler dar, indem sie Gesten, Farben oder Intentionen durch Schokolade nachbildete. Nun weicht der Bezug zu den großen Meistern einer persönlichen Perspektive. „Ovo Sapiens. Ursprünge: Über das Wesentliche, das Notwendige, die Stille“ ist Muscos neue Ostereierkollektion, die vom 20. März bis Ostern in seiner Werkstatt am Largo Bompiani zu sehen ist.
Mit diesem neuen Projekt, dem radikalsten seiner Karriere, verzichtet Musco auf jegliche explizite Bezüge: keine Zitate, kein Schnickschnack, keine Ornamente. Im Mittelpunkt steht das Material in seinem ursprünglichen Zustand, das Unfertige, mit rauen Oberflächen und Fehlern, die nicht korrigiert, sondern als integraler Bestandteil des Werkes willkommen geheißen werden. Stilistisch trifft die Ausdruckskraft des Brutalismus auf die Essenz des Bauhauses, mit urtümlichen Anspielungen, neolithischen Formen und einer bewusst reduzierten Farbpalette, in der die Ehrlichkeit des kreativen Ausdrucks zu Sprache und ästhetischem Wert wird.
„Origins ist eine Ausstellung, die über das bloße Ausstellen hinausgeht und zu einem meditativen Erlebnis wird, das alle Sinne anspricht“, erklärt der Küchenchef. „Alles begann mit dem starken persönlichen Bedürfnis nach Forschung und tiefgründigen Momenten der Reflexion über unsere Zeit. Die Intention ist, das Überflüssige, das uns täglich ablenkt, auszublenden und uns nur auf das wirklich Notwendige zu konzentrieren. Jedes Ei ist einzigartig und doch Teil des Ganzen, konzipiert als Kunstwerk, aber gleichzeitig zum Verzehr bestimmt. Dadurch wird die Qualität unserer Valrhona-Schokolade gesteigert: Die physiologisch verkürzte Haltbarkeit des Produkts ist in der Tat ein integraler Bestandteil der Botschaft.“
Der Tempowechsel ist deutlich: „Origins“ ist das Ergebnis eines sorgfältigen Reduktionsprozesses und einer bewussten Rückbesinnung auf das Wesentliche: Dies ist das Leitmotiv der gesamten Ausstellung, das sich auch im eigens dafür konzipierten Sounddesign und den Duftinstallationen widerspiegelt. Rohe Klänge, die mit Hilfe von Klangkünstlern geschaffen wurden, Düfte von feuchter Erde und Unterholz, kreiert in Zusammenarbeit mit einem Parfümeur. Ergänzt wird die Ausstellung am Freitag, den 20. März, durch ein reduziertes gastronomisches Angebot aus Grundnahrungsmitteln wie Brot, Honig und Wurzelgemüse, das uns zurück zur Erde und zum Akt der Nahrungsaufnahme führt.
