Die Europäische Kommission arbeitet daran, eine schwarze Liste der verschiedenen Länder der Welt zu erstellen, die an der Steuerfront nicht kooperieren. Die Liste, die bis 2017 fertiggestellt sein soll, soll den EU-Mitgliedern, die sich im Kampf gegen Steuerhinterziehung engagieren, ein einziges Instrument an die Hand geben, um die derzeitige Fragmentierung der von den einzelnen Staaten erstellten Listen zu überwinden.
Eine vorläufige Bewertung der am stärksten gefährdeten Nicht-EU-Länder wurde letzte Woche vorgelegt, und in den kommenden Monaten – voraussichtlich ab Januar – werden eingehendere Untersuchungen durchgeführt, um den Kreis weiter einzuengen und die Verwaltungen, die sich nicht daran halten, mit Sicherheit zu isolieren mit den Steuervorschriften.
„Die EU nimmt ihre internationalen Verpflichtungen zur verantwortungsvollen Regierungsführung ernst – sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Wir möchten mit unseren Partnern eine faire und offene Diskussion über Steuerfragen führen, die uns alle weltweit betreffen. Die EU-Liste wird unser Werkzeug für den Umgang mit Drittländern sein, die sich weigern, die Regeln einzuhalten.“
In den bereits erstellten vorläufigen Listen wird einigen traditionellen Steueroasen wie Andorra, Liechtenstein, dem Fürstentum Monaco, San Marino und der Schweiz ein besonderer Platz eingeräumt, da sie kürzlich Abkommen mit der EU geschlossen haben, die darauf abzielen, "Steuertransparenz" zu gewährleisten.
Bei der abschließenden Bewertung wird auch die Einhaltung oder Nichteinhaltung des Common Reporting Standards, des multilateralen Systems des automatischen Datenaustauschs zwischen den Steuerverwaltungen der OECD, ins Gewicht fallen.
