Die fünfzehnte Ausgabe der Zeitschrift, unterteilt in zwei unteilbare Bände und angereichert mit einem umfangreichen ikonographischen Apparat, bestätigt die zentrale Rolle von Todomo als unverzichtbare Referenz im Panorama der Studien, die dem Schriftsteller aus Racalmuto gewidmet sind, Leonardo Sciascia.
Sciascias Vermächtnis
Das Werk besticht durch die Bandbreite und Originalität seiner Beiträge, die unser Verständnis von Sciascias kulturellem Erbe erweitern. Zu den wichtigsten Themenbereichen zählt der Abschnitt „Er widersprach sich selbst“, der dem Streit zwischen Enrico Berlinguer und Leonardo Sciascia aus dem Jahr 1980 gewidmet ist, der in einer Verleumdungsklage mündete. Andrea Maoris akribische Rekonstruktion, basierend auf unveröffentlichten Dokumenten aus den Archiven von Giulio Andreotti, Enrico Berlinguer und Paolo Bufalini sowie aus Parlamentsprotokollen, beleuchtet bisher wenig erforschte Aspekte des Falls und die daraus resultierenden politischen und persönlichen Turbulenzen, darunter die zerbrochene Freundschaft zwischen Sciascia und Renato Guttuso. Abgerundet wird das Bild durch faszinierende Aussagen von Marco Boato, Marco Follini, Alessandro Tessari und Luciano Violante. Tiziana Mattiolis Analyse der intensiven intellektuellen Beziehung zwischen Carlo Bo und Sciascia ist ebenfalls von großer Bedeutung: eine kritische Reise, die sich von den 1960er bis zu den 1980er Jahren erstreckt, anhand von redaktionellen Kooperationen, Essays und Gedenkschriften, die Bos Intuition bei der Erkennung einer "spanischen Wurzel" unter den kulturellen Einflüssen des sizilianischen Schriftstellers hervorhebt.

Erster Band: Religiöse Feste in Sizilien
Der erste Band enthält außerdem zwei ausführliche Artikel, die sich mit der seltenen Plakette befassen. Religiöse Feste in SizilienDie von Dario Mangano und Massimo Naro unterzeichneten Werke stellen den historischen und ikonografischen Wert dieser Zusammenarbeit zwischen Sciascia und Ferdinando Scianna wieder her. Besondere Aufmerksamkeit gilt der figurativen Kunst, insbesondere im Abschnitt „Ikonografie“, der fünf unveröffentlichte Radierungen von Tono Zancanaro enthält. Die MesserstecherAus musikalischer Sicht zeichnet Lorenzo Cittadinis Artikel die Entstehungsgeschichte der musikalischen Bearbeitung der in diesem Werk enthaltenen poetischen Kompositionen nach. Sizilien, sein HerzRoberto Calabretto rekonstruiert derweil die komplexe Geschichte des Soundtracks – zwischen Charlie Mingus und Ennio Morricone – der berühmten filmischen Adaption von Alle Modi Regie: Elio Petri.
Zweiter Band: Beiträge zum Leonardo-Sciascia-Kolloquium
Der gesamte zweite Band ist stattdessen gewidmet Alle Modidurch die Beiträge des „Leonardo-Sciascia-Kolloquiums“, das 2024 in Siena stattfand: eine umfassende und wichtige Untersuchung, die die anhaltende Relevanz des Romans und seine Rolle im europäischen Kultur- und Politikdiskurs belegt. Mit diesem neuen Band Todomo Es erweist sich nicht nur als ein sorgfältiges Archiv von Studien, sondern auch als ein lebendiges kritisches Laboratorium, das in der Lage ist, die Lesart von Leonardo Sciascia als zentrale Figur der europäischen Kultur des 20. Jahrhunderts ständig zu erneuern.
