Alberto Foglia, einer der großen Protagonisten des italienischen Finanzwesens, ist im Alter von 93 Jahren verstorben. Als Sohn von Antonio Foglia, dem ersten Präsidenten der italienischen Börse nach dem Zweiten Weltkrieg, war er – zur Zeit der Borsa delle Crime – zusammen mit seinem Bruder Animateur einer der wichtigsten Börsenmaklerfirmen in Mailand Giambattista und ein weiteres Stück aus den neunziger Jahren der italienischen Finanzwelt wie Isidoro Albertini.
1958 gründete Alberto Foglia in Lugano die Banca del Ceresio, wiederum im Unternehmen seines Bruders Giambattista, später die Afv Sim, wiederum zusammen mit dem damaligen Präsidenten der italienischen Börse, Attilio Ventura. Aus Afv Sim wurde dann Banca Leonardo.
Diese wenigen Anmerkungen würden ausreichen, um die Rolle des absoluten Protagonisten von Alberto Foglia im italienischen Finanzwesen zu skizzieren. Aufgrund seiner in New York und Montevideo nach seinem Abschluss an der Bocconi perfektionierten internationalen Kenntnisse war Foglia aber auch ein Pionier alternativer Investments und nicht umsonst freundete er sich aufgrund seines Maklergeschäfts mit italienischen Aktien mit dem berühmten Finanzier George Soros an für ausländische Investoren.
Aber Finanzen waren für ihn kein Selbstzweck, sondern ein Instrument zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung. Auch sein zivilgesellschaftliches und ideelles Engagement war stark, was ihn oft dazu veranlasste, ausgesprochen innovative und gegenläufige Positionen einzunehmen.
